Espresso 1:2 — das Standardrezept
Der Bezug, an dem sich alle anderen messen.

Es gibt keinen objektiv richtigen Espresso, aber es gibt einen sinnvollen Ausgangspunkt. 18 g Kaffee, 36 g in der Tasse, knapp eine halbe Minute. Von hier aus lässt sich in jede Richtung arbeiten: kürzer für mehr Dichte, länger für mehr Klarheit.
Das Verhältnis 1:2 ist deshalb so verbreitet, weil es für die meisten Espressoröstungen den Bereich trifft, in dem Säure, Süße und Bitterkeit sich gegenseitig tragen. Kürzer wird es dichter, aber auch schneller unfertig; länger wird es klarer, aber irgendwann dünn und trocken.
Parameter
| Einwaage | 18 g |
| Ausbeute | 36 g |
| Verhältnis | 1:2 |
| Zeit | 25–30 s |
| Temperatur | 93 °C |
| Druck / Profil | 9 bar |
| Mühle | EK43, SSP 98 mm HU (High Uniformity) |
| Sieb | IMS 58,5 mm, 18 g |
Ablauf
| 1 | Sieb trocken und rückstandsfrei, Maschine gespült. |
| 2 | 18 g einwiegen, gleichmäßig verteilen, gerade tampern. |
| 3 | Waage unter die Tasse, Bezug starten, Zeit mitlaufen lassen. |
| 4 | Bei 36 g abbrechen. |
Sind nach 30 Sekunden deutlich weniger als 36 g in der Tasse, ist zu fein gemahlen. Läuft der Bezug in 18 Sekunden durch, zu grob. Korrigiert wird am Mahlgrad, nicht an der Einwaage.
Der Spielraum
Der Bereich, in dem sich die meisten Espressoröstungen wohlfühlen, liegt zwischen 1:1,8 und 1:2,4. Dunklere Röstungen vertragen die kürzere Seite — sie geben ihre löslichen Bestandteile bereitwilliger ab und werden bei langer Ausbeute schnell bitter. Hellere Röstungen sind dichter und brauchen in der Regel mehr Wasser, um ihre Süße überhaupt freizugeben.
Die Temperatur ist der zweite Hebel: 93 °C ist unser Ausgangspunkt, helle Röstungen vertragen ein bis zwei Grad mehr, dunkle profitieren oft von weniger.
Aus unserer Röstung passen zu diesem Verhältnis unter anderem Milano, Torino und Il Quinto.
Alle Werte auf dieser Seite beziehen sich auf unser Setup. Mahlgradangaben sind nur innerhalb desselben Geräts vergleichbar. Grundlagen zu Verhältnis, Mahlgrad, Wasser und TDS: Die Stellschrauben


